Tuesday, March 07, 2006

"Kleiner Fels" ...

Wie Ihr an den Bildern sicher schon erkannt habt, stand am vergangenen Wochenende ein Trip nach Little Rock, in die Hauptstadt Arkansas an. Der "Kleine Fels", wie die Stadt von den Spaniern vor Jahrhunderten nach einer Steinansammlung im Arkansas River genannt wurde, liegt ca. 2 Stunden südwestlich von Jonesboro und hat mehr als 180.000 Einwohner. Ziele der von der International Student Association ausgerichteten Exkursion waren das Kapitol des Staates Arkansas, die Clinton Library und die Little Rock Central Highschool, an der vor Jahrzehnten ein wichtiges Kapitel im Kampf um die allgemeinen Bürgerrechte geschrieben wurde.
Das Kapitol in Little Rock wurde im frühen 20. Jahrhundert errichtet und ist ein kleinerer Nachbau des Parlamentsgebäudes in Washington D.C. Der Marmorbau beherbergt den Gouverneur und die beiden Häuser der Legislative, den Senat und das Repräsentantenhaus - alles wie auf gesamtstaatlicher Ebene. Viel mehr gibt es über das Gebäude aber auch nicht zu berichten.
Die Clinton Library, die vor wenigen Jahren für den Ex-Präsidenten und Ex-Gouverneur errichtet wurde, ist entgegen ihres Namens keine Bibliothek, sondern ein Museum zu Ehren William Jefferson Clintons, der - man lese und staune - im kleinen Örtchen "Hope" in Arkansas das Licht der Welt erblickte. Und aus der "Hoffnung" wurde Erfolg! Während der Clinton-Administration erlebten die USA die längste Wachstumsperiode nach dem 2. Weltkrieg. Das gewaltige Budgetdefizit der vorausgegangenen republikanischen Präsidenten wurde geschlossen, und die entstehenden Überschüsse wurden dem sozialen Sicherungssystem zugeführt. Die Arbeitslosigkeit sank und in der Außenpolitik konnten zumindest vorübergehende Erfolge erzielt werden (Abkommen von Dayton und Oslo, Kosovo-Konflikt, etc.). Wäre da nicht das leidige Impeachment-Verfahren in Folge der Lewinsky-Affaire gewesen, hätte der Demokrat aus den Südstaaten seinen Platz in den Geschichtsbüchern sicher. Aber zurück zur Library: Das Gebäude, das wie ein Glasanhänger über den Arkansas River ragt, informiert auf drei Etagen über Leben und "Werk" von Bill Clinton und über die Fakten bezüglich seiner Frau Hillary Rodham Clinton, die manche schon als künftige 1. Präsidentin der USA betrachten. Die 4. Etage ist schließlich als Privatquartier für die Clintons konzipiert, wenn sie bei Gelegenheit in Little Rock weilen. Insgesamt ist das Gebäude sehenswert, könnte aber durchaus noch mehr Information transportieren.
Den Abschluss der Exkursion bildete dann der Besuch an der Little Rock Central Highschool. Am 2. September 1957 hatte der damalige Gouverneur des Staates Arkansas die Nationalgarde vor der Schule aufziehen lassen, um neun schwarzen Schülern den Zutritt zum Gebäude zu verweigern, obwohl die Rassentrennung (Segregation) an US-amerikanischen Schulen bereits Jahre zuvor vom Supreme Court in Folge des Verfahrens "Brown versus Board of Education" aufgehoben worden war. US-Präsident Eisenhower antwortete mit der Entsendung von mehr als 1.000 Fallschirmjägern, um die Bundeshoheit wiederherzustellen. Schlussendlich wurde den "Little Rock Nine", wie man die afro-amerikanischen Schüler später nannte, der Highschool-Besuch ermöglicht, und die Schule erlangte nationale Berühmtheit. Das Gebäude ist - wie man auf den vorstehenden Fotos vielleicht erkennen kann - ein monumentaler Bau, verziert mit allegorischen Statuen, die die erhofften Tugenden der Schülerschaft darstellen: Ehrgeiz, Persönlichkeit, Chancen und Fleiss. Für mehrere Jahrzehnte war die Little Rock Central Highschool das größte Schulgebäude der Vereinigten Staaten.
Insgesamt war Little Rock interessant, aber für die Hauptstadt eines Bundesstaates doch eher enttäuschend ... eben nicht Washington D.C. !
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"Viribus unitis - Mit vereinten Kräften."
Lateinisches Sprichwort

2 Comments:

At 11:19 AM, Anonymous Anonymous said...

By the way Little Rock! Stocky hats heut doch noch geschaft und fährt auch nach Basel zur EM!

 
At 6:07 PM, Blogger Quizmaster 2 said...

Can't be true ... freut mich sehr! Leider bin ich im Moment schon in Boston und werde es dann in 1,5 Wochen zur WM nicht schaffen.

 

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