Spring Break - Der Tragoedie 2. Teil
Um es gleich vorwegzunehmen: Der Titel dieses Postings bezieht sich keinesfalls auf den eigentlichen Hauptteil meiner Reise, die Verwandten und Freunde, die ich besucht habe oder die Orte, die ich geniessen konnte. Einer griechischen oder roemischen Tragoedie glich einzig und allein die Rueckfahrt nach Arkansas mit bereits erwaehnter Jennifer. Auch diesmal hat sie ihre Fahrkuenste wieder fuer ca. 15 Stunden unter Beweis gestellt, den Isuzu in ungeahnte Drehzahlhoehen getrieben und uns mit Country-Musik im Stile eines Schlangenbeschwoerers gefuegig gemacht. Ach ja: Das hatte ich im ersten Teil noch nicht einmal erwaehnt. Nach der anfaenglichen Frage, welche Art von Musik die Insassen bevorzugen wuerden, hat sie es daraufhin explizit vermieden, den genannten Stilen auch nur nahe zu kommen, und hat uns geschlagene 20 Stunden mit Country aus ihrem I-Pod berieselt. Nun habe ich sicher nichts gegen ein wenig Folklore, aber in dieser Dosierung entsteht eine beinah toxische Wirkung, die Laehmungserscheinungen und Albtraeume zur Folge haben kann. Nun also auch auf der Rueckfahrt! Weiterhin wurde uns zugetragen, dass ihre Abneigung uns gegenueber offensichtlich durch unser "uebertrieben lautes Verhalten" im gecharterten Fahrzeug entstanden waere. Ich denke, wer immer mich kennt, kann dieser Behauptung sicher nur beipflichten. Aber wie dem auch sei, mit dem Ende der Fahrt und der Begleichung unserer Benzinschuld sind wir besagte Dame nun los und koennen ihre miese Stimmung, ihr ewiges Tuerenknallen und die Pedanterie beiseite schieben.
Wie ich im ersten Posting zur Spring Break bereits geschildert habe, war ich von Boston wirklich fasziniert: Eine sehr schoene Stadt, die Gelassenheit ausstrahlt und einem auf irgendeine Art das Gefuehl von Platz respektive Freiraum vermittelt. Ganz andere Impressionen hatte ich waehrend meines abschliessenden 3-taegigen Aufenthalts bei Mariano und seiner lieben Frau Romina in New York. Der "Big Apple" ist hektisch, ueberlaufen, lebensfroh, multikulturell, eng ... schlicht: Eine Stadt, die niemals schlaeft! In der U-Bahn und auf den belebten Strassen begegnet einem alles, was unser Globus zu bieten hat. Aber am faszinierendsten: Man muss nur eine Strassenecke hinter sich lassen, und schon veraendert sich die Szenerie mit einem Schlag. Vom ueberlaufenen China-Town mit seinen Strassenhaendlern und seltenen Geruechen gelangt man mittels weniger Schritte ins mondaene Soho, das sich durch schicke Cafes und teure Boutiquen auszeichnet. Alles in allem: Eine Stadt als autarker Mikrokosmos. Doch wie schon 1994 muss ich leider konstatieren: Keine Stadt fuer meines Vaters aeltesten Sohn! Ich kann auf dem Broadway oder in der Umgebung von Pennsylvania Station einfach das Gefuehl von Beengung und endlosem Stress nicht ablegen. Mich ueberzeugen die meisten Bauwerke nicht, sie erschlagen mich. Und nachdem ich die selbe Erfahrung schon vor 12 Jahren unter ganz anderen Lebensumstaenden gemacht habe, muss ich wohl oder uebel anerkennen, dass die Metropole am Hudson nicht meine Stadt ist. Wenn ich also irgendwann in die USA ziehen sollte, dann besser nach Neu England!
Bis auf weiteres ...
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"Das ist New York: Du gibst ihnen das Geld und wirst trotzdem erstochen."
Woody Allen


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