Iceman in USA
Der Blog "Iceman in USA" dient der Darstellung meines einjährigen Studienaufenthaltes an der Arkansas State University in Jonesboro, Arkansas, USA. Mit kurzen Texten und Bildern möchte ich die "Daheimgebliebenen" auf dem Laufenden halten.
Thursday, September 29, 2005
Von Flüchtlingen und Hindernisparcours ...
Am vergangenen Wochenende wurden zu unserer allgemeinen Überraschung fünf französische Austauschstudenten in unsere und Pierres bzw. Fabians Wohnung einquartiert. Gaelle, Nazyia, Wendy, Fred und Gaetan (Fotos siehe unten!) mussten, nachdem sie bereits durch Katrina aus New Orleans vertrieben worden waren, aus Lafayette / Louisiana nach Norden fliehen, um vor Hurrican Rita Schutz zu suchen. Obwohl sie außer ihren Papieren beinahe alles in New Orleans zurücklassen mussten, waren die "internationalen" Franzosen bester Laune und eine enorme Bereicherung des Alltags im nordöstlichen Arkansas. Unser gemeinsamer Besuch des "501 Clubs" und der "Eagle's Lodge" war legendär. Besonders beeindruckt waren wir von Gaetans "Gigolo-Qualitäten" und Gaelles komödiantischem Talent (Siehe ebenfalls unten!). Nachdem Lafayette gottseidank von Rita einigermaßen verschont wurde, mussten wir am Sonntag von "unseren" Franzosen Abschied nehmen. Anyway: Bonne chance et beaucoup de plaisir, mes amis!
Das zweite "Highlight" der Woche war der Pflichtkurs "Adventures in Team-Building and Leadership", der vom Dekanat bereits im Voraus mit dem Prädikat "Greatest fun of your whole life" versehen wurde. Tatsächlich ging es darum, mit einem Team diverse Aufgaben innerhalb eines militärischen Hindernisparcours erfolgreich zu bewältigen. So musste man beispielsweise aus drei Baumstämmen, zwei Seilen und einem Karabinerhaken eine Vorrichtung konstruieren, die es erlaubte, ein Metallfass in eine Grube abzusenken, und wieder herauszuheben. Später sollte mittels verschiedener Übungen das Vertrauen in die weiteren Teammitglieder gestärkt werden. U.a. wurde man "genötigt", sich mit geschlossenen Augen rückwärts von einem Podest zu stürzen, und sich von den Kommilitonen auffangen zu lassen. Um den gesamten Kurs erfolgreich abzuschließen, müssen die einzelnen Mannschaften in den nächsten Wochen noch ein soziales Projekt durchführen - z.B. Müllsammeln am Highway - und dieses mittels Powerpoint präsentieren. In die MBA-Endnote geht der Kurs schließlich mit einer Gewichtung von 1 zu 3 gegenüber einem Fach wie "Accounting" oder "Corporate Finance" ein.
Alles nicht uninteressant, aber auch nicht wirklich "universitär" nach unserem Verständnis, oder? So long ...
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"Der Pfad der Gerechten ist auf beiden Seiten gesäumt mit den Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer. Gesegnet sei der, der im Namen der Barmherzigkeit und des guten Willens die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet, denn er ist der wahre Hüter seines Bruders und der Retter der verlorenen Kinder. Ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen, meine Brüder zu vergiften und zu vernichten und mit Grimm werd' ich sie strafen, dass sie erfahren sollen, ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe. "
Abwandlung von Hesekiel 25:17 aus Pulp Fiction
Sunday, September 25, 2005
Klischees für den Hausgebrauch
Five things Americans can do:
- Create little useful gadgets
- Talk your head off
- Marketing
- Drink Dr. Pepper and Root Beer
- Arrange sports events
Five things Americans cannot do:
- Drive a car
- Make coffee
- Care about the rest of the world
- Brew beer
- Be modest
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"Barbarus hic ergo sum, quia non intellegor ulli - Ein Barbar bin ich hier, da ich von keinem verstanden werde."
Ovid
Sunday, September 18, 2005
Friday, September 16, 2005
TGIF - "Thanks goodness it's Friday"
Heute feiert mein Buero den "gelungenen" Wochenverlauf mit der traditionellen "Thanks goodness it's Friday"-Party (kurz: TGIF). Alle "Internationalen" werden erwartet und "Experten" geben Ratschlaege, was man in Arkansas unternehmen kann ... naja, mal sehen, was sie da finden :-) Urspruenglich hiess die Veranstaltung "Thanks god it's Friday", aber der Name ist der Political Correctness an der Uni und in den Staaten im Allgemeinen zum Opfer gefallen. Demnaechst werden sie wahrscheinlich auch noch das "God bless you" durch eine neutrale Formel ersetzen?!
Fuer morgen haben Robert und ich einen laengeren Abstecher nach Memphis geplant, um uns mal mit Elvis und der Beale-Street naeher bekannt zu machen. In den naechsten Tagen gibts dann hier sicher auch wieder "huebsche" Bilder zu bestaunen. So long ...
Notizen:
- Welcome back in the US (Belmar, New Jersey): Akando, Katharina & Marc
- Welcome to the family: Tom (Oberstdorf)
- Welcome soon: Steve (Although Delta Air is bankrupt!)
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"In einer oeffentlichen Halle ist nie ein Mensch zum Fegen da."
Chinesisches Sprichwort
Tuesday, September 13, 2005
Newsletter - Office of International Programs
"Die wertvollste aller Faehigkeiten ist die, auf ein zweites Wort verzichten zu koennen, wo eines genuegt."
Thomas Jefferson
Monday, September 12, 2005
University - The American Way
Da meine Ausführungen zum amerikanischen Vorlesungsbetrieb bislang höchst spärlich waren, hier ein "packendes" und "tiefschürfendes" Aufgabenbeispiel aus meiner gestrigen Accounting-Veranstaltung (!?):
"Communities are frequently concerned about whether or not police are vigilant in carrying out their responsiblities. Several communities have experimented with incentive compensation for police. In particular, some cities have paid members of the police force based on the number of arrests that they personally make. Discuss the likely effects of this compensation policy."
Tja, schwierige Fragestellung! Aber trotz der Komplexität des Themas, würde ich den Herren in Blau in den genannten Testkommunen lieber nicht über den Weg laufen ... "Das Ausspucken eines Kaugummis wird mit Haftstrafe nicht unter drei Tagen bestraft."
Ach übrigens: Die Arkansas State Indians haben sich nach der Auftaktpleite in Missouri am vergangenen Samstag eindrucksvoll zurückgemeldet. Vor heimischer Kulisse besiegten die Indianer das Team der University of Tennessee Martin mit 56-7. Überragender Akteur: Quarterback Nick Noce mit mehreren langen Touchdownpässen. Schade nur, dass auch diesmal nach wenigen Minuten alles entschieden war. Vielleicht wird es demnächst beim Ladies' Soccer spannender :-)
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"Wer nicht auf seine Weise denkt, denkt überhaupt nicht."
Oscar Wilde
Saturday, September 10, 2005
Thursday, September 08, 2005
Kansas City oder "No place to go"!
Monday, September 05, 2005
Welcome to Jonesboro!
First of all some contact information:
Postanschrift:
Sebastian P. Jacoby
1906 W. Matthews Ave. Apt. F6
Jonesboro, AR, 72401
USA
Für Care-Pakete :-) :
P.O. Box 3495
State University, AR, 72467
USA
Telefon / Handy:
001-870-316-8026 (Bitte beachten: Die Zeitverschiebung beträgt -7 Stunden)
Sehr günstig telefoniert man meines Erachtens aus Deutschland mit der Vorwahl 01026. Hier liegt der Minutenpreis je nach Tageszeit zwischen 1,3 und 2 europäischen Cent. Die vollständige Durchwahl lautet dann:
01026-001-870-316-8026
E-Mail:
Meine bisherigen E-Mail-Adressen bleiben sämtlich erhalten, und die Post wird auch regelmäßig abgerufen. Also:
SJacoby@t-online.de
sejac@web.de
SJacoby@curling.de
sebastian@curlingteam.de
Nun zur ersten Woche in Jonesboro:
Am letzten Freitag sind Robert und ich nach ca. 24-stündiger Reise mit langen Zwischenstops in London-Heathrow und Washington in Memphis, Tennessee, gelandet. Beim Verlassen der Maschine waren wir sofort überrascht, welch gewaltige Hitze die Motoren abstrahlten. Doch zu unserer "großen Freude" stellte sich heraus, dass die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit nichts mit den Turbinen zu tun hatten. Seitdem "genießen" wir täglich eine Außentemperatur von 40 Grad im Schatten und gewaltige Luftfeuchtigkeit. Mit den überall vorhandenen Klimaanlagen, sind die Bedingungen zwar gut zu ertragen, doch streikte die Kühlung unseres Appartements in der ersten Nacht, und wir mussten uns bei 36 Grad Celsius zur Ruhe legen.
Doch nicht genug der Pannen: Auf den frühzeitig bestellten Shuttle-Service vom Flughafen nach Jonesboro (ca. 70 Meilen) würden wir sicherlich noch heute warten, wenn wir uns nicht nach zwei Stunden entschlossen hätten, für vier Tage einen Wagen zu mieten. Der Mustang von Hertz (Bilder siehe Anhang!) stellte sich zwar später als relativ überteuert heraus, war jedoch in den ersten Tagen unsere einzige Chance auf Mobilität in einer Stadt ohne jeglichen öffentlichen Nahverkehr und ohne die geringsten Vorkehrungen (z.B. Bürgersteige) für Fußgänger. Mittlerweile fahren wir einen gebrauchten Dodge Intrepid mit 3,8 Liter Hubraum und geschätzen 180 PS, der jedoch auch seine Macken hat ... zumindest hat sich der Händler als ausgesprochen kulant erwiesen, und während er bzw. seine Mechaniker den Wagen kostenlos reparieren, bewirtet uns seine Frau mit Cola und Süßigkeiten und "verzückt" uns mit Fragen wie: "What religion do you have in Germany? Communist?", oder: "So, what's a Dollar worth in Germany?".
Seit die Klimaanlage wieder funktioniert, sind wir mit unserem günstigen Appartement auch sehr zufrieden und arbeiten ausdauernd an der Ausstattung mit gebrauchten Möbeln und sonstigem Inventar. Vor allem der Erwerb von vernünftigem Bettzeug hat sich dabei als schwierig erwiesen ... Decken, Kissen und Bettwäsche deutschen Typs sind hier unbekannt und die amerikanischen Größen, Bezeichnung, etc. muss man erst einmal durchschauen. Aber wir sind ja nicht allein! Uns direkt gegenüber wohnen ein weiterer Deutscher (Fabian) und ein Franzose (Pierre ... wie sollte es auch anders sein!), die das selbe Hochschulprogramm absolvieren (Siehe auch Foto im Anhang!). Gemeinsam schafft man es dann irgendwann, sich durch die Fülle von Aufgaben zu wühlen, und irgendwann zurecht zu kommen.
Die Vorlesungen glänzen - ganz im Gegensatz zu Deutschland - mit geringer Teilnehmerzahl und beträchtlicher Interaktion mit dem jeweilgen Dozenten. Die Inhalte erreichen jedoch bisher allenfalls Grundstudiumsniveau. Morgen werde ich auch meinen Job als Assistant im Office of International Programs antreten und mich 20 Stunden pro Woche um amerikanische Studenten kümmern, die eine gewisse Zeit ihres Studiums im Ausland - speziell in Europa - verbringen wollen ... mal sehen!




































