Thursday, March 30, 2006

Spring Break - Der Tragoedie 2. Teil

Um es gleich vorwegzunehmen: Der Titel dieses Postings bezieht sich keinesfalls auf den eigentlichen Hauptteil meiner Reise, die Verwandten und Freunde, die ich besucht habe oder die Orte, die ich geniessen konnte. Einer griechischen oder roemischen Tragoedie glich einzig und allein die Rueckfahrt nach Arkansas mit bereits erwaehnter Jennifer. Auch diesmal hat sie ihre Fahrkuenste wieder fuer ca. 15 Stunden unter Beweis gestellt, den Isuzu in ungeahnte Drehzahlhoehen getrieben und uns mit Country-Musik im Stile eines Schlangenbeschwoerers gefuegig gemacht. Ach ja: Das hatte ich im ersten Teil noch nicht einmal erwaehnt. Nach der anfaenglichen Frage, welche Art von Musik die Insassen bevorzugen wuerden, hat sie es daraufhin explizit vermieden, den genannten Stilen auch nur nahe zu kommen, und hat uns geschlagene 20 Stunden mit Country aus ihrem I-Pod berieselt. Nun habe ich sicher nichts gegen ein wenig Folklore, aber in dieser Dosierung entsteht eine beinah toxische Wirkung, die Laehmungserscheinungen und Albtraeume zur Folge haben kann. Nun also auch auf der Rueckfahrt! Weiterhin wurde uns zugetragen, dass ihre Abneigung uns gegenueber offensichtlich durch unser "uebertrieben lautes Verhalten" im gecharterten Fahrzeug entstanden waere. Ich denke, wer immer mich kennt, kann dieser Behauptung sicher nur beipflichten. Aber wie dem auch sei, mit dem Ende der Fahrt und der Begleichung unserer Benzinschuld sind wir besagte Dame nun los und koennen ihre miese Stimmung, ihr ewiges Tuerenknallen und die Pedanterie beiseite schieben.
Wie ich im ersten Posting zur Spring Break bereits geschildert habe, war ich von Boston wirklich fasziniert: Eine sehr schoene Stadt, die Gelassenheit ausstrahlt und einem auf irgendeine Art das Gefuehl von Platz respektive Freiraum vermittelt. Ganz andere Impressionen hatte ich waehrend meines abschliessenden 3-taegigen Aufenthalts bei Mariano und seiner lieben Frau Romina in New York. Der "Big Apple" ist hektisch, ueberlaufen, lebensfroh, multikulturell, eng ... schlicht: Eine Stadt, die niemals schlaeft! In der U-Bahn und auf den belebten Strassen begegnet einem alles, was unser Globus zu bieten hat. Aber am faszinierendsten: Man muss nur eine Strassenecke hinter sich lassen, und schon veraendert sich die Szenerie mit einem Schlag. Vom ueberlaufenen China-Town mit seinen Strassenhaendlern und seltenen Geruechen gelangt man mittels weniger Schritte ins mondaene Soho, das sich durch schicke Cafes und teure Boutiquen auszeichnet. Alles in allem: Eine Stadt als autarker Mikrokosmos. Doch wie schon 1994 muss ich leider konstatieren: Keine Stadt fuer meines Vaters aeltesten Sohn! Ich kann auf dem Broadway oder in der Umgebung von Pennsylvania Station einfach das Gefuehl von Beengung und endlosem Stress nicht ablegen. Mich ueberzeugen die meisten Bauwerke nicht, sie erschlagen mich. Und nachdem ich die selbe Erfahrung schon vor 12 Jahren unter ganz anderen Lebensumstaenden gemacht habe, muss ich wohl oder uebel anerkennen, dass die Metropole am Hudson nicht meine Stadt ist. Wenn ich also irgendwann in die USA ziehen sollte, dann besser nach Neu England!
Bis auf weiteres ...
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"Das ist New York: Du gibst ihnen das Geld und wirst trotzdem erstochen."
Woody Allen

Tuesday, March 28, 2006

Spannungsgeladene News in Jonesboro

Der folgende Artikel aus der Jonesboro Sun vom 28. Maerz 2006 zeugt von den spannungsgeladenen, weltbewegenden Themen, mit denen sich der investigative Journalismus hier beschaeftigt:

"Theft of pizza lands Paragould man in jail"
"PARAGOULD - A pizza thief was arrested Sunday after he was seen making a run for it with slices of pizza taken from a local pizza buffet, according to police. Danny William Patterson, 51, of 413 East Garland St., Paragould was arrested for commercial burglary and misdemeanor theft of property. Paragould Police Department Investigator Lt. Ken Jackson said Patterson went into the Mazzio's restaurant Sunday, took several slices of pizza from the buffet and fled from the restaurant. Employees chased Patterson, who turned around and pulled what looked like a gun, Jackson continued. The workers backed off and let Patterson have the pizza, according to police.
Police apprehended Patterson later at the Sunset Motel. He was in custody Monday at the Greene County Detention Center in lieu of $15,000 bond."
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"Selbst wenn der Koch eine Fliege kochen wuerde, wuerde er einen Fluegel fuer sich behalten."
Polnisches Sprichwort

Sunday, March 26, 2006


New York - Ground Zero


Boston - John Harvard ... Man beachte den linken Fuss ...


Boston - Harvard University


Boston - Old State House


Boston - George Washington


Boston - Charles River


Boston - The Boston Common


Boston - Massachusetts Avenue


Belmar - Die Redaktion abgekaempft


Belmar - Die Redaktion im Kajak


Belmar - Mariano und die Redaktion


Belmar - Andrea mit Akando


Belmar - Katharina, Marc & Akando am Atlantik


Belmar - Akando

Tuesday, March 21, 2006

Spring Break

Hallo alle miteinander!
Schoene Gruesse aus Boston, Massachusetts, dem pochenden Herzen Neu Englands. Nach ca. dreistuendiger Zugfahrt habe ich die Puritaner-Siedlung gestern am fruehen Nachmittag erreicht und gebe meiner Spring-Break damit den gewissen "historischen Touch". Doch zunaechst zur Anreise und den ersten Tagen an der Ostkueste:
Am Freitag Mittag habe ich Jonesboro als Mitglied einer fuenfkoepfigen Reisegruppe mit Ziel Belmar, New Jersey, verlassen. Die anderen Opfer der 22-stuendigen Autofahrt ueber 1200 Meilen (fast 2000 km) und durch 10 Bundesstaaten waren Mariano aus Argentinien, Andrea aus Ecuador sowie Jennifer und Nick aus den Staaten. Wir haben unter beengten Verhaeltnissen Arkansas, Missouri, Illinois, Indiana, Kentucky, West Virginia, Maryland, Delaware, Pennsylvania und New Jersey durchfahren und dabei enorme Ausdauer bewiesen :-) Besonders interessant dabei: Unser Nesthaekchen Jennifer hat es als Autobesitzerin zu unserer grossen Ueberraschung strikt abgelehnt, ein anderes Mitglied der Crew fuer einen erwaehnenswerten Zeitraum ans Steuer zu lassen. Sie hat trotz unseres Widerspruchs und eines Streikversuchs den Isuzu ueber 22 Stunden quasi ununterbrochen gelenkt und uns alle damit in nicht zu unterschaetzende Gefahr gebracht. Ich kann nur erahnen, was sie waehrend der Pausen auf der Toilette "eingeworfen" hat und moechte aehnliches unter keinen Umstaenden nocheinmal erleben. Nach der Ankunft in New Jersey hat sie sich dann auch ob der Muedigkeit in eine Furie verwandelt und den anderen angedroht, Newark am naechsten Tag direkt wieder zu verlassen. Aber das war mir zu diesem Zeitpunkt bereits relativ egal, da man mich gut bei der Familie meines Cousins in Belmar an der Atlantikkueste abgesetzt hatte. Trotz der schlechten Laune besagter Jennifer, konnten die anderen aber noch die grosse Gastfreundschaft von Katharina, Marc und Akando geniessen, die nicht nur Pizza, Donuts und andere Staerkungen auftischten, sondern auch mit original bayerischem Weizen bereitstanden ... richtig guat! Nur schade, dass wir Andrea nicht gleich in Belmar lassen konnten, nachdem sie sich gleich auf Akando gestuerzt hatte, und Katharina ohnehin eine vertrauenswuerdige "Nanny" sucht ... kleiner Tipp: Vielleicht mal bei Fran Drescher durchklingeln ... die hat da Erfahrung.
Tja, das restliche Wochenende habe ich dann bei Raederers verbracht und bin richtig verwoehnt worden. Angefangen bei der schoenen Wohnung mit ueberwaeltigendem Meerblick, ueber den Strandspaziergang bei Point Pleasant bis zum gemeinsamen Kaesspatzenessen ... einfach eine Reise wert. Ach ja: Gepaddelt bin ich - wie ihr auf den Fotos sehen koennt - auch noch, und die Hauptattraktion war und ist natuerlich Akando. Versprochen: Das Stofftier wird nachgereicht!
Am Montag habe ich mich dann mit dem Nahverkehrszug nach New York City aufgemacht, um in Pennsylvania Station in einen Kuestenexpress nach Boston umzusteigen. Zuvor hatte ich aber noch Gelegenheit den Ground Zero zu besichtigen, auf dem die Bauarbeiten fuer die neuen Liberty Towers trotz unaufhoerlicher Diskussionen bereits begonnen haben. Kaum zu glauben, dass ich vor fast genau 12 Jahren hier eines der hoechsten Gebaeude der Welt betreten hatte. Die zerstoerten Twin Towers hinterlassen eine Luecke ... in jeder Hinsicht!
Boston hingegen ist noch komplett, und es ist wunderschoen und voller Tradition. Wenn man die Stadt am Charles River durchwandert, versteht man annaehernd warum der Rest der Vereinigten Staaten stets misstrauisch auf Neu England blickt, und liberale Praesidentschaftskandidaten aus der Region seit Jahrzehnten keine Chance mehr erhalten haben, ins Weisse Haus einzuziehen. Alles hier wirkt europaeischer, aufgeklaerter und weltoffener als in anderen Bundesstaaten oder Regionen. In ironischem Widerspruch zur Entstehungsgeschichte der Stadt hat man den Eindruck, dass die Religion hier und heute weniger Einfluss auf Politik und Gesellschaft entwickelt als irgendwo sonst in den USA. Vielleicht erklaert sich dies auch aus der vergleichsweise grossen katholischen Gemeinde, die die Gruendung protestantischer Sekten seit Mitte des 19. Jahrhunderts praegt. In jedem Fall wirkt die "Perle Neu Englands" angenehm weltoffen und liberal. Ein Vergleich mit den Suedstaaten verbietet sich und gleicht einer Gegenueberstellung De Sade's mit Calvin.
Nachdem ich bisher den Freedom-Trail und die Harvard University besichtigt habe, bleiben mir in den naechsten Tagen noch ausreichend Sehenswuerdigkeiten zum Zeitvertreib, ehe es am Donnerstag nocheinmal nach New York City geht. Ich werde euch weiter auf dem Laufenden halten!
Ach ja ... zum Abschluss noch mein aktuelles Portfolio aller Bundesstaaten, die ich bisher betreten habe (Ueberflug zaehlt nicht; Zwischenlandung zaehlt):
  1. Arizona ('05)
  2. Arkansas ('05 / '06)
  3. Connecticut ('06)
  4. Delaware ('94 / '06)
  5. Illinois ('06)
  6. Indiana ('06)
  7. Kalifornien ('05)
  8. Kansas ('05)
  9. Kentucky ('06)
  10. Maryland ('94 / '06)
  11. Massachusetts ('06)
  12. Missouri ('05 / '06)
  13. New Jersey ('94 / '06)
  14. New York ('94 / '06)
  15. North Carolina ('06)
  16. Pennsylvania ('94 / '06)
  17. Rhode Island ('06)
  18. Tennessee ('05 / '06)
  19. Virginia ('94)
  20. West Virginia ('06)

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"In a democracy private citizens see a man of their own rank in life who rises from that obscure position in a few years to riches and power; the spectacle excites their surprise and their envy. ... To attribute his rise to his talents and virtues is unpleasant, for it is tacitly to acknowledge that they are themselves less virtuous and less talented than he was. They are therefore led, and often rightly, to impute his success mainly to some of his vices; and an odious connection is thus formed between the ideas of turpitude and power, unworthiness and success, utility and dishonor."
Alexis de Tocqueville - "Democracy in America - Volume I"

Tuesday, March 07, 2006

"Kleiner Fels" ...

Wie Ihr an den Bildern sicher schon erkannt habt, stand am vergangenen Wochenende ein Trip nach Little Rock, in die Hauptstadt Arkansas an. Der "Kleine Fels", wie die Stadt von den Spaniern vor Jahrhunderten nach einer Steinansammlung im Arkansas River genannt wurde, liegt ca. 2 Stunden südwestlich von Jonesboro und hat mehr als 180.000 Einwohner. Ziele der von der International Student Association ausgerichteten Exkursion waren das Kapitol des Staates Arkansas, die Clinton Library und die Little Rock Central Highschool, an der vor Jahrzehnten ein wichtiges Kapitel im Kampf um die allgemeinen Bürgerrechte geschrieben wurde.
Das Kapitol in Little Rock wurde im frühen 20. Jahrhundert errichtet und ist ein kleinerer Nachbau des Parlamentsgebäudes in Washington D.C. Der Marmorbau beherbergt den Gouverneur und die beiden Häuser der Legislative, den Senat und das Repräsentantenhaus - alles wie auf gesamtstaatlicher Ebene. Viel mehr gibt es über das Gebäude aber auch nicht zu berichten.
Die Clinton Library, die vor wenigen Jahren für den Ex-Präsidenten und Ex-Gouverneur errichtet wurde, ist entgegen ihres Namens keine Bibliothek, sondern ein Museum zu Ehren William Jefferson Clintons, der - man lese und staune - im kleinen Örtchen "Hope" in Arkansas das Licht der Welt erblickte. Und aus der "Hoffnung" wurde Erfolg! Während der Clinton-Administration erlebten die USA die längste Wachstumsperiode nach dem 2. Weltkrieg. Das gewaltige Budgetdefizit der vorausgegangenen republikanischen Präsidenten wurde geschlossen, und die entstehenden Überschüsse wurden dem sozialen Sicherungssystem zugeführt. Die Arbeitslosigkeit sank und in der Außenpolitik konnten zumindest vorübergehende Erfolge erzielt werden (Abkommen von Dayton und Oslo, Kosovo-Konflikt, etc.). Wäre da nicht das leidige Impeachment-Verfahren in Folge der Lewinsky-Affaire gewesen, hätte der Demokrat aus den Südstaaten seinen Platz in den Geschichtsbüchern sicher. Aber zurück zur Library: Das Gebäude, das wie ein Glasanhänger über den Arkansas River ragt, informiert auf drei Etagen über Leben und "Werk" von Bill Clinton und über die Fakten bezüglich seiner Frau Hillary Rodham Clinton, die manche schon als künftige 1. Präsidentin der USA betrachten. Die 4. Etage ist schließlich als Privatquartier für die Clintons konzipiert, wenn sie bei Gelegenheit in Little Rock weilen. Insgesamt ist das Gebäude sehenswert, könnte aber durchaus noch mehr Information transportieren.
Den Abschluss der Exkursion bildete dann der Besuch an der Little Rock Central Highschool. Am 2. September 1957 hatte der damalige Gouverneur des Staates Arkansas die Nationalgarde vor der Schule aufziehen lassen, um neun schwarzen Schülern den Zutritt zum Gebäude zu verweigern, obwohl die Rassentrennung (Segregation) an US-amerikanischen Schulen bereits Jahre zuvor vom Supreme Court in Folge des Verfahrens "Brown versus Board of Education" aufgehoben worden war. US-Präsident Eisenhower antwortete mit der Entsendung von mehr als 1.000 Fallschirmjägern, um die Bundeshoheit wiederherzustellen. Schlussendlich wurde den "Little Rock Nine", wie man die afro-amerikanischen Schüler später nannte, der Highschool-Besuch ermöglicht, und die Schule erlangte nationale Berühmtheit. Das Gebäude ist - wie man auf den vorstehenden Fotos vielleicht erkennen kann - ein monumentaler Bau, verziert mit allegorischen Statuen, die die erhofften Tugenden der Schülerschaft darstellen: Ehrgeiz, Persönlichkeit, Chancen und Fleiss. Für mehrere Jahrzehnte war die Little Rock Central Highschool das größte Schulgebäude der Vereinigten Staaten.
Insgesamt war Little Rock interessant, aber für die Hauptstadt eines Bundesstaates doch eher enttäuschend ... eben nicht Washington D.C. !
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"Viribus unitis - Mit vereinten Kräften."
Lateinisches Sprichwort

Sunday, March 05, 2006


Little Rock Trip - Gruppenbild


Little Rock Trip - Amy & Christian


Little Rock Trip - Danielle ganz kokett


Little Rock Trip - Bald ist Ostern ...


Little Rock Trip - Central High ... Hier begann die Desegregation


Little Rock Trip - Innenstadt


Little Rock Trip - Die Redaktion wie ueblich mit Heissgetraenk


Little Rock Trip - Ewald und der Dauergast ...


Little Rock Trip - Clinton Library


Little Rock Trip - Vivian, Emilie & Andrea (vlnr)


Little Rock Trip - Vivian & Marino


Little Rock Trip - Die Redaktion mit Bill Clinton


Little Rock Trip - Vivian vor dem Kapitol


Little Rock Trip - Sonnenbad


Little Rock Trip - Vivian & Joris


Little Rock Trip - Tom & Andrea


Little Rock Trip - Tom ready to go!